top of page
Suche

Starkes Selbst - gibt es im Angebot?

Aktualisiert: 10. Juni 2022

Das stärkste Tier ist zweifelsohne der Löwe, zumindest was die körperliche Power betrifft. Stärke äußert sich aber auch darin, wie wir mental und emotional agieren können, wenn wir es wollen oder dies die Umstände verlangen. Ein starkes Selbst ist sehr wichtig und hilft uns in allen Lebenslagen.


Stark


Seit ich mich erinnern kann, musste ich stark und mutig sein. Diejenige, die immer alles meisterte, für andere da war, egal was das Leben so mitbrachte. Diejenige, die mit jeder Hürde zurechtkam, privat wie im Business, immer wie ein Stehaufmännchen im kürzesten mit einer Lösung um die Ecke kam, und an sich nie ernsthaft Hilfe benötigte oder annahm.

Selbstwertgefühl stärken mit Übungen. Selbstwertgefühl stärken Beziehung. Verlustangst, toxische Beziehung, Manipulation.
Starkes Selbstwertgefühl. Was macht Selbstwert aus?

Es lief 30 Jahren lang gut. Bis ich vor 3 Jahren am Ende war.

Das schaffst Du schon!


Wer von uns kennt nicht Sätze wie "Sei stark!", "Das schaffst Du schon!" oder "Glaube doch an Dich selbst!"


Wir würden es gar nicht glauben, wenn jemand behauptete, diese Sätze seien Gewalt, nicht wahr? Nicht nur unsere Eltern, Vorgesetzten und Freunde aber auch wir selbst benutzen diese "Kommentare" und wohlgemeinte Äußerungen.


Leider ist diese Art Kommunikation nicht gewaltfrei und hindert die Entwicklung unseres starken Selbst.

Nicht nur weil kein "Wie" mit auf den Weg gegeben wird, dafür aber ein hohes Maß an Erwartungshaltung - und dadurch enormer Druck -, aber auch, weil wir damit anderen und im Fall von "Selbstdialog" uns Selbst, keine Alternative erlauben.


Hinzu kommt, dass wir auf den anderen weder ernsthaft eingehen noch wirklich ihn dabei unterstützen, sein Problem, - wie schmerzhafte Gefühle oder notwendige Bedürfnisse -, zu lösen.

Wie geht es dann? Und was ist überhaupt ein Starkes Selbst?



Frühe Verantwortung und wiederkehrend scheiternde Paarbeziehungen gehen meist Hand in Hand – Hää?

Mit 6 Jahren war ich bereits für meine 3 Jahre jüngere Schwester verantwortlich und dafür, im Haushalt das meiste im Reinen zu halten, bis meine Mutter abends aus der Arbeit kam. Meinen Vater sah ich alle 4 Wochen nur wochenends, für manche Jahre überhaupt nicht, als meine Mutter seinen Besuch verboten hat.

Mit 13 freitags habe ich die Wohnung geputzt und backte einen Kuchen, bis meine Mutter für das Wochenende heimkam. Ich hörte ihr häufig zu, wenn es um Geldprobleme ging und wie sie das Leben nun mit uns allein schaffen soll. Und für all das sei mein Vater schuld.


Recht jung selbstständig zu werden und Aufgaben von Erwachsenen zu übernehmen ist eine gute Schule für die späteren Jahre. Man entwickelt Selbstverantwortung, Selbstdisziplin und sammelt wertvolle Erfahrungen aus Situationen, die andere Kinder erst im Alter der 20-ern erleben.

Selbstverantwortung. Warum ist Selbstverantwortung wichtig? Was bedeutet Verantwortung für sich zu übernehmen?
Verantwortung für andere übernehmen

Du entwickelst feine Antennen für die Bedürfnisse anderer und Empathie und Mitgefühl werden elementare Fähigkeiten Deiner Gefühlswelt. Du bist automatisch ein sehr guter Beobachter, damit Du die Wünsche anderer „von den Lippen“ lesen kannst und immer vor Ort und Stelle einsatzbereit bist.


Die Verantwortung, welche auf ein Kind übertragen wird, die die Erwachsenen wahrnehmen sollten, kann aber viel in der Persönlichkeit bewirken, die sich zuletzt als Selbstausbeutung und – Sabotage entpuppt. D.h. an letzter Stelle bist immer Du selbst und Du verlernst nicht nur Deine eigenen Grenzen, aber auch Deine Bedürfnisse.


So geschieht, dass sich das Kind für die Eltern und Geschwister ein Leben lang verantwortlich fühlt (Parentisierung) und fällt dann später gar in den eigenen Paarbeziehungen in die Rolle des „Pflegers“, „Aufpassers“ und „Helfers“. Dort übernimmt es vielmehr die Rolle einer Mutter oder eines Vaters, anstelle einfach „nur“ die Partnerin oder Partner zu sein. Weil Fürsorge - zwar auch als Stärke – ins Blut übergeht, nimmt es das Kind gar nicht mehr wahr. Es ist selbstverständlich, immer und zu allem JA zu sagen, in der Partnerschaft, in Freundschaften und ganz klar, im Beruf!



Im Business? - "Nichts ist unmöglich!"


Wenn ein Kollege zu Dir kommt und um Hilfe bittet, was tust Du? Und wenn er ein zweites Mal kommt? Wenn in einem Call Dein Chef von seinem Vorgesetzten eine dringende Aufgabe aufgetragen bekommt, wie agierst Du? Oder reagierst Du nur?


Wenn Deine täglichen Arbeitszeiten die 8 Stunden bereits weit überschreiten und Du weitere zusätzliche Aufgaben oder Verantwortung erhältst, was machst Du?

Adoleszenz. Warum es persönliche Autorität braucht? Selbstwert und Selbstbild. Selbstvertrauen, Ausstrahlung, Erfolg.
Stärke statt Macht

Die Delegation elterlicher – also der eigenen - Pflichten war für die Generation unserer Großeltern ("Traditionalisten") recht üblich.

Wenn der Großvater von der Front

nicht mehr heimkehrte,

übernahm das älteste Nachkommen diese Rolle.

So lernten unsere Eltern (‚Babyboomer‘) diese „Lösungen“ als Vorbild und wendeten sie selbst an. Kein Wunder: Werte unserer Großeltern wie Konformität, Gehorsam, Respekt vor Regeln und Autoritäten konnten auch schwer eine andere Lebenshaltung, Überzeugungen und Verhalten (संस्कार - saṃskāra) erzeugen.

Heutzutage und in einem sozial so starken Land wie Deutschland, gibt es zum Glück andere Wege, fehlende Familienrollen zu kompensieren.

Meine Generation (‚Gen X‘ und z.T. ‚Gen Y‘) ist folglich häufig wie eine Art Lara Croft oder Batman unterwegs und definiert Stärke durch "sich-durchsetzen-egal-was-kommt", "nur-nicht-aufgeben", "alles-geht-und-nichts-ist-unmöglich" und übersieht dabei die eigenen Grenzen.

Mittlerweile wissen wir, dass totale Erschöpfung (Burnout) nicht nur Personen, die im Sozial- und Gesundheitswesen tätig sind (Bauer, 2005; Schaarschmidt, 2005) betreffen kann, sondern, dass sämtliche Berufsgruppen potenziell Burnout-gefährdet sind (Awa, 2010).

Meister unserer Gene werden. Das belastbare Gehirn, Epigenetik, Stress. Können Traumata vererbt werden? Meditation
Epigenetik bestimmt stark unseren späteren Wesen und Selbstwertgefühl

Auch das ist uns bekannt, - z.B. durch die Dresdener Burnout-Studie oder Forschungen der Epigenetik -, dass an der Entstehung von Burnout nicht allein die Anforderungen der Arbeitswelt „schuld“ sind. Gleichermaßen tragen die komplexen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Merkmalen einer Person (biologische und psychologische), also unsere Persönlichkeit dazu bei.


Wie man mit Herausforderungen, d.h. Störungen, Belastungen, Stress und Trauma umgehen kann, ob man daran erkrankt oder sich resilient zeigen kann, hängt also sowohl von unserem Erbgut (laut Epigenetik ca. zu 50%), als auch von den Umwelteinflüssen wie Erziehung oder Arbeitsumfeld ab (Rössler, 2013).



"Ich bin es so müde, stark zu sein." - /Russel Crow in dem Film „Gladiator“/


Vielleicht hast Du noch das Bild im Kopf über den zuerst verratenen, später als Sklave verkauften Gladiator. Er lebte und verkörperte Stärke, körperlich, mental und emotional. Er begrüßte seine Männer als Führer stets mit dem Satz „Stärke und Ehre!“ und u.a. dadurch formte er die Haltung seiner Soldaten.

Stärke im Business in Welt der Digitalisierung und VUCA*–Epoche, und der Net-Zero Klimawandel-Ära ist essenzieller, denn je.

Ein gesundes Selbstbild, eine gesunde Selbstachtung. Was heißt es, selbstbewusst zu sein?
Selbstbewusstsein, Schlüssel zu Glück und Erfolg

Es gibt in unserem Leben und Business-Umfeld kaum mehr einen Bereich, worauf man sich verlassen kann und welcher uns nicht ständig fordert (Leistungsgesellschaft, sogar schon in der Kita, beim Sport und Freizeit!). Die verwobenen Abhängigkeiten und Zusammenhänge und sich stets und sehr schnell ändernden (agilen) Bedingungen, verlangen von uns eine rasche und flexible Umstellung auf Unsicherheiten und Veränderungen.


Klingt all das stark zu begegnen, unerreichbar zu sein?


Ist es aber nicht!

Diese mentale Stärke schafft man, wenn nicht nur unser Körper der Belastung standhält, sondern auch die eigene geistige und emotionale Haltung also die Einstellung gegenüber meinem Selbst gesund ist und mir guttut. Der präventive Weg, um den Zustand "Ich bin es so müde, stark zu sein." zu vermeiden führt nicht am Selbststudium vorbei und wir verfügen heute jeden Tag über die Möglichkeit, den Kampf mit dem Leben niederzulegen, nicht wie einst Maximus, der Gladiator.


Starkes Selbst


Der Wandel zu einem starken Selbst, indem ich meinen Selbst-Wert entdecke, dafür auch aufstehe und durch Konfrontation die Veränderung bewirke, ist anfangs nicht einfach.


Meist fehlt es uns an Werkzeugen den Start zu machen wie Erkenntnis, Entscheidungen treffen oder Mut. Nicht selten fehlt es uns auch an eigenen Ressourcen, wie Selbst-Bewusst-Sein, Selbst-Bestimmung und Selbst-Fürsorge.

Achtsamkeit: Definition, Vorteile. VUCA. Bedürfnisse und Gefühle.
Was gehört zu Achtsamkeit?

Bereits 2000 Jahre vor C.G. Jung und Siegmund Freud haben traditionelle yogische Psychologien und Philosophien – so wie die heutige Hirnforschung mittlerweile ebenso erkannt hatte – gewusst, dass u.a. durch Selbststudium (स्वाध्याय - svādhyāya) und – Erkenntnis, sorgfältigen Umgang mit unseren Gedanken, d.h. Achtsamkeit (स्मृति - smṛti) wir auch unsere Gefühle und Bedürfnisse (मनस्- manas) verstehen und unserer Selbstregulation Herr werden:

Y.S. 1.12 अभ्यासवैराग्याभ्यां तन्निरोधः II abhyāsa-vairāgya-ābhyāṁ tan-nirodhaḥ II („In der Balance aus Anstrengung (abhyāsa) und Gelassenheit (vairāgya) wird der Geist beherrscht.“)


Achtsamkeit und Meditationspraxis dienen dem effizienten Stressmanagement und der mentalen Stärke und die Körperübungen (Yoga Asanas) der ausgewogenen Erhaltung physischer Gesundheit (als einzige unter den „Sportarten“).


Die in die westliche Welt überführten Varianten dieser Disziplinen, wie moderne (Neuro-) Psychologie, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder (Selbst-) Hypnose können uns ähnlich dazu verhelfen, das Starke Selbst als Immunsystem unseres Körpers, Seele und Geist ganzheitlich zu entwickeln und zu bewahren.


Notiz: *VUCA ist ein Akronym, erstmals 1987 verwendet und gestützt auf die Führungstheorien von Warren Bennis und Burt Nanus („volatility" ("Unbeständigkeit"), "uncertainty" ("Unsicherheit"), "complexity" ("Komplexität") und "ambiguity" ("Mehrdeutigkeit"). VUCA beschreibt die Merkmale unserer modernen Welt.


191 Ansichten

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen
bottom of page