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Prokrastination als Traumafolge - denn wir sind nicht faul! Aufschieberitis verstehen

Prokrastination ist ein Phänomen, das viele Menschen betrifft. Doch für Menschen mit Kindheitstrauma kann es eine ganz besondere Bedeutung haben. Es ist eine Art Schutzmechanismus, eine Art Überlebensstrategie, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Doch wie entsteht Prokrastination als Traumafolge?

Prokrastination als Folge von Entwicklungstrauma
Prokrastination als Folge von Entwicklungstrauma

Prokrastination als Traumafolge

Prokrastination, also das Aufschieben von Aufgaben und Verantwortlichkeiten, ist bei Menschen mit Entwicklungstrauma definitiv mehr als nur Faulheit oder fehlende Disziplin. Tatsächlich wird Prokrastination zu einer Kompensationsstrategie, die als Folge von Traumata und unverarbeiteten Emotionen entsteht. Wenn wir uns vor einer unangenehmen oder herausfordernden Aufgabe drücken, suchen wir unbewusst nach Möglichkeiten, uns von der emotionalen Belastung abzulenken oder sie zu vermeiden. Dies kann daran liegen, dass wir in der Vergangenheit negative Erfahrungen gemacht haben, die ähnliche Gefühle oder Situationen hervorrufen könnten.

Indem wir Aufgaben aufschieben, geben wir uns die Illusion von Kontrolle und schützen uns vor dem Risiko, erneut verletzt oder überfordert zu werden.


Es ist wichtig zu verstehen, dass Prokrastination nicht einfach eine Charaktereigenschaft ist, sondern ein Ergebnis von tieferliegenden emotionalen Wunden.


Aufschieben als Traumafolge

Prokrastination kann als eine Traumafolge entstehen, da Menschen mit Kindheitstrauma oft mit einer Vielzahl von emotionalen und psychischen Belastungen konfrontiert sind. Diese Belastungen können dazu führen, dass sie Schwierigkeiten haben, sich auf bestimmte Aufgaben oder Verpflichtungen zu konzentrieren und diese anzugehen.


Typische Zeichen für Prokrastination bei Menschen mit Kindheitstrauma sind zum Beispiel ein ständiges Aufschieben von Aufgaben, das Gefühl der Überforderung, ein geringes Selbstwertgefühl und Angst vor Versagen. Diese Zeichen können sich im Alltag in verschiedenen Formen zeigen, wie zum Beispiel in der Unfähigkeit, Entscheidungen zu treffen, in der Schwierigkeit, sich zu motivieren oder in einer allgemeinen Unfähigkeit, Aufgaben zu erledigen.


Was passiert im Gehirn bei Prokrastinieren?

Eine neurowissenschaftliche Studie der Ruhr-Universität Bochum hat gezeigt, wie groß die Hürde für Aufschiebende auch physiologisch sein kann: Bei ihnen sah man im MRT ein größeres Gefühlszentrum im Gehirn. (Amygdala)

Prokrastination als Traumafolge - Aufschieberitis verstehen
Prokrastination als Traumafolge - größeres Gefühlszentrum im Gehirn 🧠

Sie fürchten also wahrscheinlich eher die negativen Konsequenzen ihres Tuns. Gleichzeitig war diejenige Hirnregion weniger aktiv, die ihre Handlungen steuert. Und die beiden Areale schienen nicht gut miteinander verknüpft zu sein.

Manche Menschen mit Kindheitstrauma vermeiden bestimmte Handlungen, wenn sie von störenden Emotionen überwältigt werden. Dies kann zu einer Gewohnheit werden.

Es ist jedoch möglich, dem Gehirn neue Erfahrungen zu geben, indem man unangenehme Aufgaben mit positiven Emotionen verbindet, sie konsequent angeht und sich dafür belohnt. Dadurch kann man neue Wege finden, um mit schwierigen Situationen umzugehen.


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