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Ist nun ein Trigger ein Segen oder eine Last? Wenn unser Trauma einschl√§gtūüß®

Was ist ein Trauma Trigger?

Wie Triggern helfen kann, vergangene Traumata zu verarbeiten und zu heilen

Die wichtigsten 5 Erkenntnisse √ľber Trauma Trigger

Die Bedeutung der Selbstf√ľrsorge und innerer Zuwendung bei Triggern

Innere Haltung Kodex, wenn wir getriggert werden

Körperpsychotherapie zur Heilung von Triggern


Trigger sind ein Ph√§nomen, das viele Menschen mit Entwicklungstrauma (kPTBS), Bindungstrauma und Komplextrauma nur allzu gut kennen. Sie sind wie ein elektrischer Schlag, der uns aus dem Nichts trifft und uns nicht selten in einen Zustand der Angst und Panik versetzt. Trigger k√∂nnen unsere Gedanken, Emotionen und sogar unseren K√∂rper in k√ľrzester Zeit √ľberw√§ltigen und uns das Gef√ľhl geben, die Kontrolle √ľber uns selbst zu verlieren. Doch trotz all der Schwierigkeiten, die sie mit sich bringen, haben Trigger auch einen Zweck.

Was ist ein Trauma Trigger?

Entwicklungstrauma, Bindungstrauma und Komplextrauma sind unterschiedliche Arten von Traumata, die sich auf die psychische und emotionale Gesundheit eines Menschen auswirken können. Ein Trauma Trigger ist ein innere oder äußere Reiz, der eine starke emotionale oder körperliche Reaktion hervorruft und Erinnerungen an das traumatische Ereignis wachruft.

Trauma Trigger bei Entwicklungtrauma, Bindungstrauma und Komplextrauma erkennen
Trauma-Trigger: ein Geschenk oder Last?

Bei Entwicklungstrauma handelt es sich um traumatische Erfahrungen, die w√§hrend der Kindheit stattfinden, wie Vernachl√§ssigung, Missbrauch oder emotionale Gewalt. Bindungstrauma ist immer Teil von Entwicklungstrauma und das Ergebnis von ungesunden Bindungserfahrungen in der fr√ľhen Kindheit, wie dem Fehlen einer sicheren Bindungsperson oder dem wiederholten Verlust von Bindungspersonen. Hingegen Komplextrauma bezieht sich auf wiederholte und langanhaltende traumatische Erfahrungen, wie zum Beispiel h√§usliche Gewalt oder Folter. In der Regel sind Betroffene von Entwicklungstrauma auch komplextraumatisiert. Betroffene k√∂nnen verschiedene Triggertypen erleben, wie zum Beispiel k√∂rperliche Empfindungen bzw. Intrusionen (z.B. Herzrasen, Schwindel), emotionale Reaktionen (z.B. Angst, Wut) oder kognitive Verzerrungen (z.B. negative Gedanken, Flashbacks).

Jeder Mensch reagiert individuell auf verschiedene Traumareize.



Wie Triggern helfen kann, vergangene Traumata zu verarbeiten und zu heilen

In der Traumaarbeit spielt das Ph√§nomen der Triggern eine bedeutende Rolle. Triggern reaktivieren die vergangene Traumata und k√∂nnen starke emotionale, k√∂rperliche und kognitive Reaktionen hervorrufen. Diese Reaktionen k√∂nnen sich unterschiedlich √§u√üern, wie zum Beispiel erh√∂hte Herzfrequenz, Angstzust√§nde, Flashbacks oder das Gef√ľhl von Erstarrung.


Obwohl Triggern oft als unangenehm empfunden werden, k√∂nnen sie auch als wertvolle Hinweise dienen, um vergangene Traumata zu erkennen, zu verarbeiten und zu heilen. Indem wir uns bewusst mit unseren Triggern auseinandersetzen, k√∂nnen wir den Ursprung der Reaktionen verstehen und unsere traumatischen Erfahrungen besser in den Kontext einordnen. Durch gezielte Traumaarbeit k√∂nnen wir lernen, unsere Triggern zu erkennen, ihnen mit Mitgef√ľhl zu begegnen und neue Wege finden, um unsere vergangenen Traumata zu heilen.



Die wichtigsten 5 Erkenntnisse √ľber Trauma Trigger

1) Es ist wichtig zu erkennen, dass Triggern Teil des nat√ľrlichen Heilungsprozesses sind.


2) Sie dienen als Wegweiser, um auf ungelöste traumatische Erfahrungen aufmerksam zu machen und diese zu bearbeiten. Wenn wir uns bewusst mit unseren Triggern auseinandersetzen und ihnen achtsam begegnen, können wir unsere traumatischen Erfahrungen besser verstehen und integrieren.


3) Es ist wichtig zu verstehen, dass Triggern nicht einfach aus dem Nichts auftauchen. Sie haben eine Ursache, die oft in der Vergangenheit liegt. Sie sind das Ergebnis von traumatischen Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit oder in anderen prägenden Momenten unseres Lebens gemacht haben. Diese Erfahrungen haben tiefe Spuren in unserem Nervensystem hinterlassen und können durch bestimmte Reize oder Situationen wieder aktiviert werden.


4) Um eine heilsame innere Haltung zu unseren Triggern aufzubauen, ist es wichtig, sie als das zu sehen, was sie sind: ein Schutzmechanismus, der uns vor weiterem Schaden bewahren will. Anstatt uns von ihnen √ľberw√§ltigen zu lassen und uns als Opfer zu f√ľhlen, k√∂nnen wir versuchen, sie als Verb√ľndete zu betrachten. Sie geben uns die M√∂glichkeit, uns mit unseren vergangenen Wunden auseinanderzusetzen und unsere Selbstheilungskr√§fte zu aktivieren.


5) Der Zweck von Triggern besteht darin, uns auf vergangene traumatische Erfahrungen aufmerksam zu machen und uns zu signalisieren, dass wir uns in einer √§hnlichen Situation befinden wie damals. Sie sind eine Art Alarmsystem, das uns vor m√∂glichen Gefahren warnt und uns dazu bringt, Schutzma√ünahmen zu ergreifen. Durch das Ausl√∂sen von Angst, Panik oder anderen unangenehmen Gef√ľhlen versuchen Triggern, uns zu sagen: "Pass auf, hier k√∂nnte etwas Gef√§hrliches passieren!"


Bedeutung von Selbstf√ľrsorge und innerer Haltung bei Triggern und Entwicklungstrauma
Bedeutung von Selbstf√ľrsorge und innerer Haltung bei Triggern und Entwicklungstrauma

Die Bedeutung der Selbstf√ľrsorge und innerer Zuwendung bei Triggern

Selbstf√ľrsorge und innere Zuwendung sind entscheidend, um mit Triggern umzugehen und die Auswirkungen von Entwicklungstrauma, Bindungstrauma oder Komplextrauma zu bew√§ltigen.


Wenn Sie von einem Trigger getroffen werden,

ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass Sie gerade eine herausfordernde Situation erleben und dass es in Ordnung ist, sich selbst zu unterst√ľtzen.

Innere Haltung Kodex, wenn wir getriggert werden

Wichtig: Üben Sie diese Abfolge von Handlung dann, wenn Sie NICHT gerade getriggert wurden. Üben Sie immer wieder, damit Sie neue neuronalen Netzwerke anlegen und in dem entscheidenden Moment fast automatisch handeln können:

  • St√∂ren Sie Ihre alte Erlebnisnetzwerke der Traumata im K√∂rper durch Bewegung! Abklopfen, Schritte machen, was auch immer! So kann sich diese reaktivierte Reaktion ihre Wirkung nicht vollst√§ndig entfalten.

  • Nehmen Sie sich einen Moment, um tief durchzuatmen und Ihren K√∂rper zu sp√ľren.

  • Achten Sie auf k√∂rperliche Empfindungen wie Spannungen, Schmerzen oder Engegef√ľhl. Versuchen Sie, sich bewusst zu machen, dass diese Empfindungen Teil Ihrer k√∂rperlichen Reaktion auf den Trigger sind und dass sie vor√ľbergehend sind.

  • Erlauben Sie sich, diese Empfindungen anzunehmen, ohne sich selbst daf√ľr zu verurteilen. Sie k√∂nnen Ihren K√∂rper sanft ber√ľhren oder streicheln, um ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.

  • Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit nach Au√üen und nehmen Sie bewusst Ger√§usche der Umgebung wahr. Sie k√∂nnen sich auch fragen "Wo bin ich?" - "Hier" "Wann?" - "Jetzt". Das kann Sie recht promt in die Pr√§senz zur√ľckholen.

  • Wenn Sie sich bereit f√ľhlen, k√∂nnen Sie auch versuchen, sich selbst liebevoll zuzusprechen. Sagen Sie sich zum Beispiel: "Es ist gerade ein Trigger. Ich bin in Sicherheit. Ich k√ľmmere mich um mich selbst."

Diese Art der Selbstf√ľrsorge und inneren Zuwendung kann Ihnen helfen, sich selbst in schwierigen Momenten zu unterst√ľtzen und Ihre Resilienz zu st√§rken.

Trigger als Chance zur Selbstreflexion und Heilung mit innerer Haltung

Der wichtigste Schritt bei der Entwicklung einer heilsamen inneren Haltung zu unseren Triggern ist es, sie als Möglichkeiten des persönlichen Wachstums zu betrachten. Triggern sind Signale aus unserem Unterbewusstsein, dass es etwas in uns gibt, das geheilt werden möchte. Sie weisen uns den Weg zu unseren verletzten Teilen, zu unseren ungelösten Traumata und zu unseren unbewussten Glaubenssätzen.

Eine der M√∂glichkeiten, Trigger als Chance zur Selbstreflexion und Heilung zu nutzen, besteht darin, sich bewusst zu machen, welche Verhaltensmuster oder Reaktionen in uns ausgel√∂st werden, wenn wir getriggert werden. Trigger k√∂nnen dazu f√ľhren, dass wir uns in alten Verhaltensweisen verfangen, die uns in der Vergangenheit geholfen haben, mit Traumata umzugehen, aber jetzt nicht mehr n√ľtzlich sind. Indem wir uns bewusst machen, wie unsere Trigger uns beeinflussen, k√∂nnen wir beginnen, diese Muster zu erkennen und zu hinterfragen. Eine M√∂glichkeit, dies zu tun, ist das Journaling bzw. Trigger-Tagebuch ("Triggertopographie"). Schreiben Sie auf, welche Situationen, Menschen oder Reize Sie triggern und welche emotionalen Reaktionen und K√∂rperempfindungen damit verbunden sind. Versuchen Sie dann, diese Reaktionen zu beobachten, ohne sich von ihnen √ľberw√§ltigen zu lassen. Schreiben Sie auf, was Sie f√ľhlen, wenn Sie getriggert werden, und welche Gedanken und Emotionen damit einhergehen. Fragen Sie sich, ob diese Reaktionen angemessen sind oder ob sie aus vergangenen Traumata stammen.

Ein weiterer Ansatz, die hier hilfreich sein kann, ist die sogenannte Körperpsychotherapie.

Bei Körperpsychotherapie geht es darum, sich bewusst mit den Körperempfindungen zu verbinden und ihnen Raum zu geben, ohne sich in ihnen zu verlieren.

Achten Sie auf Ihre Atmung, sp√ľren Sie in Ihren K√∂rper hinein und akzeptieren Sie die k√∂rperlichen Empfindungen, die auftreten. Dies kann Ihnen helfen, sich von den alten Mustern und Traumata zu l√∂sen und neue, gesunde Verhaltensweisen zu entwickeln. Denken Sie daran, dass es Zeit braucht, um sich von alten Wunden zu erholen, und dass jeder Fortschritt ein Schritt in Richtung Heilung ist. Bekannte Formen der K√∂rperpsychotherapie sind u.a. TCTSY (Traumasensitiver Yoga), Somatic Experiencing oder TRE (Neurogenes Zittern).


FAZIT

Wenn es um das Thema Trigger und deren Auswirkungen auf unser Leben geht, ist es wichtig zu verstehen, dass Triggern nicht immer negativ sein muss. Oftmals wird das Auslösen von alten emotionalen Reaktionen als etwas Schlechtes angesehen, aber es kann auch als Möglichkeit des persönlichen Wachstums genutzt werden.

Indem wir uns bewusst machen, was uns triggert und warum, können wir tiefer in uns selbst eintauchen und uns mit unseren verletzlichen Teilen verbinden. Wenn wir in der Lage sind, unsere Triggern zu erkennen und anzunehmen, geben wir uns die Chance, diese alten Wunden zu heilen und uns weiterzuentwickeln.

Es ist unerlässlich, sich Zeit zu nehmen, um sich mit unseren Triggern auseinanderzusetzen und sie nicht zu ignorieren oder zu verdrängen. Indem wir uns mit unseren Triggern befassen, können wir auch unsere Beziehungen zu anderen Menschen verbessern, indem wir sie besser verstehen und empathischer u.a. auf ihre eigenen Triggern reagieren können.


‚úćÔłŹ‚úćÔłŹWelche Erfahrungen haben Sie und Ihr mit Triggern gemacht?


Das YouTube Video zum Thema:



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