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Fahrkarte in die Dissoziation : Diese 3 Fehler MÜSSEN Sie mit kPTBS vermeiden

Wenn Sie an einem kindheitsbedingten Trauma oder Komplextrauma leiden, ist es wichtig, dass Sie verstehen, dass Sie in eine Dissoziation abdriften können, wenn Sie bestimmte Fehler machen. Diese Fehler können sehr gefährlich sein, wenn Sie sie nicht erkennen und vermeiden. Deshalb werden wir uns hier die drei häufigsten "Fehler" anschauen, die Menschen mit Trauma und Komplextrauma machen, wenn es darum geht, ihre Dissoziation zu vermeiden.

Schwierigkeiten diese Fehler zu erkennen

Menschen, die Trauma erfahren haben, verlieren oft die Fähigkeit, sich wohlzufühlen, sich selbst zu schützen und auf ihre innere Kraft und Widerstandsfähigkeit zurückzugreifen. Diese Problematik ist bei Menschen mit Bindungstrauma, Entwicklungtrauma und Komplextrauma - und insbesondere, wenn eine therapeutische Begleitung erst im Erwachsenenalter möglich sein wird - umso ausgeprägter.

Denn diese "Fehler" sind bereits vollautomatisch ablaufenden Mechanismen, die erst behutsam und achtsam aufgedeckt werden müssen, um diese - so weit es geht - zu korrigieren. So möchte ich sie auch gar NICHT als Fehler, sondern Verhalten bezeichnen.


Um innere Stärke und Widerstandsfähigkeit wiederherzustellen ist es äußerts wichtig,

in eine Art Beobachterrolle zu "schlüpfen" und sich Selbst in Reaktionsprozessen und Handlungen aufs Neue zu entdecken.

Betroffene von kPTBS und von frühkindlichen Traumata benötigen eine spezielle Schulung der

  • Selbstwahrnehmung,

  • Fremdwahrnehmung und

  • für die eigenen Grenzen.

#1: Nicht offen sein ums Trauma = Vermeidung

Das erste Verhalten, das Menschen mit Trauma und Komplextrauma machen, ist, dass sie nicht offen über ihre Erfahrungen reden oder zeigen - können. Für eine Heilung ist es wichtig, dass Sie über Ihre Erfahrungen sprechen oder diese mithilfe des Körpers zeigen, um Ihre Widerstandsfähigkeit und innere Stärke zu aktivieren und wiederkehrende Dissoziationen zu vermeiden. ️Das Entscheidende dabei ist aber die traumasensitive Vorgehensweise.

Ursachen: Warum diese Verhalten automatisch "anspringt" wurzelt in der Kindheit. Vermutlich haben Sie es nie lernen dürfen, mit belastenden Erfahrungen umzugehen bzw. fürchten Sie gewissen Konsequenzen.

Lösung:

Wenn Sie eine vertraute Person haben, mit der Sie über Ihre Erfahrungen sprechen können, ist es ein guter Weg, sich in einem sicheren und vertrauensvollen Raum zu öffnen. Wenn Sie keinen solchen Menschen haben oder sich erst gar nicht sicher sind, wie und wem Sie Ihre Erfahrungen anvertrauen können, können Sie sich auch einer Online-Gruppe anschließen oder eine:n Therapeut:innen aufsuchen, der Ihnen helfen kann. Auch in unserem Institut treffen Sie auf entsprechend Traumasensibel qualifiziertes Personal. ☝️Die Vorgehensweise erfordert eine langsames und individuelles Herantasten.


#2: Sich nicht zu ihren Gefühlen bekennen = Unterdrückung

Das zweite Verhalten, das Menschen mit Trauma und Komplextrauma machen, ist, dass sie um sich vor ihren eigenen Gefühlen zu schützen, sie diese instinktiv unterdrücken. Es ist wichtig, dass Sie lernen, wie Sie mit den Gefühlen umgehen können, die durch Ihre Traumatisierung ausgelöst wurden, und wie Sie sie auf eine Weise verarbeiten, die nicht zu einer Dissoziation führt.


Ursachen:

Auch bei diesem Verhalten finden wir die Ursachen in der Kindheit. Vermutlich haben Sie zu oft sehr schmerzhaften Gefühlen aushalten müssen. Ihr Organismus wusste sich zu helfen und hat diese Gefühle unterdrückt, damit der unerträgliche seelische Schmerz aufhört.


Traumaheilung bei Bindungstrauma und Emotionen
Traumaheilung nur mit Trauma Setting

Lösung:

Es ist wichtig, dass Menschen mit Trauma und Komplextrauma sich ihren Gefühlen stellen. Versuchen Sie, Ihre Gefühle zu identifizieren, anstatt sie zu verdrängen.

Dies ermöglicht es Ihnen, zu lernen, wie Sie mit Ihren Gefühlen umgehen können. Wenn Sie sich Ihren Gefühlen bekennen, können Sie auch einen Weg finden, wie Sie sich selbst unterstützen können. Vielen unter den Betroffenen ergeht es so, dass sie keine Gefühle empfinden können.

Gerade dann ist es umso wichtiger, dass Sie Ihre eigenen Bedürfnisse erkennen und auf sie eingehen. Denn über Ihre Gefühle können Sie zu Ihren Bedürfnissen gelangen. Wenn Sie die Fähigkeit erwerben, Ihre Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und zu akzeptieren, werden Sie mit der Zeit weniger wahrscheinlich in eine Dissoziation abdriften.


☝️Emotionen können uns überschwemmen und zu vermehrten Dissoziationen führen. Seien Sie achtsam mit sich und gerade anfangs, tasten Sie sich an Ihre Emotionen nur in Gesellschaft traumasensibler Begleitung heran.


#3: Abwehr und scheinbare Schutz = Selbstsabotage

Menschen, die mit Trauma konfrontiert sind, tendieren dazu, sich abzulehnen um sich selbst zu schützen, anstatt sich ihrer inneren Realität zu stellen. Dieses Verhalten verhindert, dass sie sich ihren inneren Ressourcen d.h. Kapazitäten öffnen und auf ihre eigene innere Stärke vertrauen.

Wenn Sie sich selbst verdrängen - u.a. durch Abwertung, Selbstverletzung, Erniedrigung und Unterwerfung - und damit einhergehend auch Ihre inneren Reserven, werden Sie sich immer weiter isolieren und die Fähigkeit verlieren, sich zu heilen und sich zu schützen.


Entwicklungstrauma überwinden kPTBS Gabriella Rist
Nur in Selbstliebe: Heilung der Traumaerfahrungen

Ursachen:

Auch dieses "Autopilot-Verhalten" ist ein Andenken an unsere Kindheit.

Insbesondere Betroffenen narzisstischen Missbrauchs oder Parentifizierung und ehemalige Kinder psychotischen Eltern haben sich als Überlebensstrategien angeeignet, sich klein zu machen, sich selbst zu verneinen und die eigene Identität aufzugeben.

Es ist eine große Herausforderung sich selbst zu "erfinden" und die wahre Identität zu erkennen.



Lösung:

Es wichtig, dass man sich selbst zulässt, zu spüren, was man fühlt, und das Gefühl erkennt,

dass man es verdient, sich selbst zu lieben und zu akzeptieren. Es ist auch wichtig, sich selbst zu unterstützen und sich selbst zu helfen, in dem man sich Zeit nimmt, um herauszufinden, wie man sich selbst schützen und unterstützen kann. Ein weiterer wichtiger Schritt ist, sich selbst zu vergeben und die Erfahrung als Teil des Lernens und der Selbstheilung zu akzeptieren.

👉All das ist ein längere Prozess, der im Sinne Co-Regulation eine Begleitung braucht,

die wohlwollend, liebevoll und vor allem traumasensitive jenen Spiegel darstellt,

den Sie in der Kindheit nicht erhalten durften.



✍️ Was denken Sie und Du? Welche Erfahrungen machen Sie / haben Sie mit diesen Verhalten gemacht? Schreiben Sie uns in die Kommentare ⤵️

 
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