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Emotionaler Missbrauch: der normale Wahnsinn - warum wir ihn erst meist als Erwachsene realisiseren

Aktualisiert: 13. März

Entwicklungstrauma (kPTBS) bezieht sich auf traumatische Erfahrungen, die während der Kindheit oder Jugendzeit stattfinden und die normale Entwicklung des Individuums beeinträchtigen. Es kann sich um wiederholten emotionalen Missbrauch, Vernachlässigung, körperliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch handeln. Diese Formen von Gewalt können verschiedene Auswirkungen auf die Psyche haben.

Psychische Gewalt, wie emotionaler Missbrauch durch Eltern, ist eine der häufigsten Formen von Entwicklungstrauma. Sie beinhaltet oft das ständige Herabsetzen, Kritisieren, Demütigen oder Ignorieren des Kindes. Diese Form von Gewalt kann schwerwiegende Auswirkungen auf die psychische Gesundheit haben und wird dieses Geschehen der Kindheit uns erst sehr spät, meist als Erwachsene bewusst.


Was ist emotionaler Missbrauch?

Emotionaler Missbrauch ist eine Form der häuslichen Gewalt, bei der eine Person systematisch und absichtlich emotionale Schäden bei einer anderen Person verursacht. Dabei werden verschiedene Manipulations- und Kontrolltechniken eingesetzt, um das Opfer zu dominieren, zu demütigen und zu kontrollieren. Im Gegensatz zu physischem Missbrauch ist emotionaler Missbrauch nicht direkt sichtbar und kann daher oft lange Zeit unentdeckt bleiben.

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Anzeichen von emotionalem Missbrauch und Gewalt erkennen ist oft nicht einfach: es ist unsichtbar!

Emotionaler Missbrauch kann in verschiedenen Formen auftreten. Dazu gehören ständige Kritik und Herabwürdigung, Kontrolle und Überwachung, Isolation von Freunden und Familie, das Schüren von Schuldgefühlen, das Ignorieren und Abwerten der Gefühle des Opfers, das Erzeugen von Angst und Unsicherheit, das Manipulieren von Emotionen und das Aufzwingen von eigenen Überzeugungen und Wertvorstellungen.


Die Auswirkungen des emotionalen Missbrauchs können tiefgreifend sein. Opfer können ein geringes Selbstwertgefühl, Angstzustände, Depressionen, Posttraumatische Belastungsstörungen und Beziehungsprobleme entwickeln. Sie können Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und zu kommunizieren, und haben oft das Gefühl, dass sie niemals gut genug sind.


Es ist wichtig zu verstehen,

...dass emotionaler Missbrauch nicht nur in Partnerschaften vorkommt, sondern auch innerhalb der Familie, besonders zwischen Eltern und Kindern.

Eltern, die ihre Kinder emotional missbrauchen, können deren Entwicklung und psychisches Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.


Es ist entscheidend, die Anzeichen von emotionalem Missbrauch zu erkennen und sich bewusst zu werden, dass das, was als normal angesehen wird, tatsächlich Gewalt ist. Das Bewusstsein für diese Problematik ist der erste Schritt, um Hilfe zu suchen und einen Weg zur Heilung zu finden.



Die spezifischen Herausforderungen von Opfern psyhischer Gewalt und deren Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit

Opfer häuslicher Gewalt stehen vor spezifischen Herausforderungen, die sich auf ihre körperliche und seelische Gesundheit auswirken können.

Psyhische Gewalt hinterlässt oft unsichtbare Narben, die jedoch genauso schmerzhaft und langwierig sein können wie physische Verletzungen.

Die ständige Demütigung, Beleidigung und Manipulation, denen Opfer ausgesetzt sind, kann zu einem erheblichen Mangel an Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen führen. Viele Opfer entwickeln auch traumatische Stressreaktionen wie Angstzustände, Panikattacken und Depressionen. Zudem können sie körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder Schlafstörungen entwickeln, da der chronische Stress den gesamten Körper beeinflusst.


Eine Körperpsychotherapie oder somatische Psychologie genannt, kann eine effektive Methode sein, um

1. Traumata zu verarbeiten, das Körperbewusstsein zu stärken und die Wiederherstellung des eigenen Selbst zu fördern.

2. Durch achtsame Bewegungsübungen, Atemarbeit und Körperarbeit können Opfer häuslicher Gewalt lernen, wieder Verbindung zu ihrem Körper aufzunehmen und Traumata auf einer tieferen Ebene zu heilen.

3. Die Anerkennung und Verarbeitung von Entwicklungstrauma ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung und dem Wiederaufbau eines gesunden Selbstbildes.



3 Gründe, warum wir emotionale Gewalt durch Eltern oft erst im Erwachsenenalter erkennen

Emotionaler Missbrauch durch Eltern kann für die betroffenen Kinder äußerst schädlich sein. Oftmals sind die Auswirkungen dieses Missbrauchs jedoch erst im Erwachsenenalter erkennbar. Es gibt verschiedene Anzeichen, die darauf hinweisen können, dass ein Kind emotional missbraucht wird. Es ist wichtig, diese Anzeichen zu erkennen und sich der Situation bewusst zu werden, um eine angemessene Unterstützung und Heilung zu ermöglichen.


Der erste Grund, warum wir emotionale Gewalt durch Eltern oft erst im Erwachsenenalter erkennen, liegt darin, dass dieses Verhalten oft als normal empfunden wird. Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, in dem emotionale Gewalt an der Tagesordnung ist, kennen oft nichts anderes und betrachten dies als normalen Teil ihres Lebens. Sie haben keine Vergleichsmöglichkeiten und wissen nicht, dass ihr Verhalten und ihre Gefühle nicht angemessen sind.


Emotionale Gewalt wird oft erst im Erwachsenenalter durch Schwierigkeiten in Beziehungen und somatische Beschwerden sichtbar
Emotionale Gewalt wird oft erst im Erwachsenenalter durch Schwierigkeiten in Beziehungen und somatische Beschwerden sichtbar

Ein weiterer Grund liegt darin, dass emotionale Gewalt oft subtil und versteckt stattfindet. Im Gegensatz zu physischer Gewalt, die sichtbare Spuren hinterlässt, ist emotionaler Missbrauch schwerer zu erkennen. Es sind meist keine offensichtlichen Verletzungen oder Narben vorhanden, sondern es handelt sich um verbale und nonverbale Verhaltensweisen, die das Kind kontinuierlich herabwürdigen, demütigen oder manipulieren.

Diese Form des Missbrauchs bleibt oft im Verborgenen und wird von Außenstehenden nicht wahrgenommen.

Der dritte Grund, warum emotionale Gewalt oft erst im Erwachsenenalter erkannt wird, liegt darin, dass die Auswirkungen dieses Missbrauchs oft erst zu diesem Zeitpunkt deutlich werden. Kinder, die emotional missbraucht wurden, entwickeln oft negative Glaubenssätze über sich selbst, wie zum Beispiel das Gefühl, nicht liebenswert oder wertlos zu sein. Diese negativen Glaubenssätze bzw. viel mehr tiefgreifende Überzeugungen, prägen ihr Verhalten und ihre Beziehungen im Erwachsenenalter. Sie können Schwierigkeiten haben, gesunde Beziehungen aufzubauen und sind anfällig für weitere Formen von Missbrauch. Oftmals leiden sie unter Angstzuständen, Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen, die auf das Trauma zurückzuführen sind.


Anzeichen von emotionalem Missbrauch erkennen

Jede Heilung beginnt mit dem ertsen Schritt der Validierung.

Wir müssen erst in der Lage sein, diese Geschehnisse als solches wahrzunehmen, zu erkennen und auch anzuerkennen, damit wir dessen bewusst werden, was mit uns passiert und geschehen war.


Entdecken Sie 12 häufigen Anzeichen von emotionalem Missbrauch in diesem Video:



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