top of page
Suche

Bindungstrauma: Wann ist man wirklich "bereit" für eine Paarbeziehung mit Trauma?

Aktualisiert: 2. Feb. 2023

Liebesbeziehungen zu führen, ist für Menschen, die traumatisiert sind, oft schwieriger als Freundschaften.
Wenn als Kind mit Komplextrauma oder Bindungstrauma aufgewachsen sind, ist es unglaublich schwierig, eine intime und emotionale Beziehung einzugehen. Man fühlt sich verletzlich, ängstlich und unsicher, ob man wirklich bereit ist, sich auf eine solche Beziehung einzulassen.
Traumaerfahrungen uas Beziehungen der Kindheit oder früherer Partnerschaften beeinträchtigen unsere Liebesfähigkeit
Traumaerfahrungen erschweren unsere Liebesfähigkeit

Warum Liebesbeziehungen für Traumatisierten der Kindheit schwerer fallen

Wenn man gerade in einer Liebesbeziehung steckt, dann ist es ziemlich schwierig zu erkennen, ob man wirklich bereit ist, sich auf diese Beziehung einzulassen. Man kann sich leicht in einer Beziehung verlieren und sich auf einmal nur noch an all die schönen Momente erinnern, die man mit dem Partner erlebt hat. Doch ist man wirklich bereit, sich auf eine Liebesbeziehung einzulassen, wenn man in der Kindheit und früheren Beziehungen ein Trauma erlebt hat?


Es ist wichtig, dass man den Prozess der Heilung und der Selbstliebe durchläuft, bevor man sich auf eine Beziehung einlässt. Man muss lernen, seine eigenen Gefühle besser zu verstehen und wieder Vertrauen der Welt zu schenken. Die Fähigkeit, sich selbst zu lieben, zu akzeptieren und zu respektieren, ist ein wichtiger Grundpfeiler, um eine gesunde Beziehung aufzubauen.


Sich Zeit zu nehmen, um die Gefühle, die durch eine Beziehung ausgelöst werden, zu verstehen und zu akzeptieren, ist unerlässlich. Wir müssen lernen, wie wir emotional und physisch auf das Gegenüber reagieren, und wie wir unsere Gefühle artikulieren. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass Beziehungen eine Menge Arbeit erfordern und man sich auf eine solche Verbindung einlassen soll, wenn man bereit ist, die nötige Zeit und Energie zu investieren.


Es ist auch wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und zu akzeptieren, wenn man nicht bereit ist, eine Beziehung einzugehen. Man muss verstehen, dass man sich nicht unter Druck setzen lassen sollte, wenn man nicht bereit ist, sich zu binden.

🟣Es ist völlig in Ordnung, eine Beziehung zu beenden, wenn diese nicht mehr funktioniert.


Fünf Schritte zur einer nicht toxischen Liebesbeziehung

1. Die eigenen Bedürfnisse in einer Liebesbeziehung erkennen

2. Die Auswirkungen der eigenen Ursprungsfamilie auf unseren Umgang mit romantischer Liebe durchleuchten

3. Liebevolle Gefühle gegenüber anderen Personen trainieren

4. Eigene Kommunikation und Offenheit in Liebesbeziehungen wahrnehmen

5. Traumata aus Beziehungen zu früheren Partner*innen und die eigene Liebesfähigkeit erforschen


1. Wie erkennt man selbst die eigenen Bedürfnisse in einer Liebesbeziehung?

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Liebesbeziehung einzugehen, sollten Sie immer die eigenen Bedürfnisse im Auge behalten. Obwohl es verlockend sein kann, sich in jemanden zu verlieben und eine Beziehung mit ihm einzugehen, bedeutet dies nicht unbedingt, dass die Beziehung zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt.


Es ist wichtig, sich die Zeit zu nehmen, um sich selbst zu kennen und zu verstehen, was SIE in einer Beziehung wollen und brauchen. Dies kann schwierig sein, vor allem wenn Sie mit langanhaltenden Traumafolgen leben. 🟣Denn Traumatisierung kann dazu führen, dass Sie sich selbst nicht gut kennen oder nicht wissen, wie Sie Ihre Bedürfnisse artikulieren und ausdrücken können. - Stichwort eigene Grenzen!


Es kann hilfreich sein, sich bewusst zu machen, was Ihnen wichtig ist. Machen Sie sich eine Liste mit Dingen, die Sie in einer Beziehung wünschen, z.B. Unterstützung, Verständnis, Verbindung. Dies kann Ihnen helfen, sich selbst zu verstehen und zu verstehen, welche Art von Beziehung zu Ihnen und Ihren Bedürfnissen passt.


Sobald Sie wissen, was Sie wollen und brauchen, können Sie in einer Beziehung danach suchen. Seien Sie aufmerksam auf die Anzeichen dafür, dass die Beziehung nicht wirklich zu Ihnen passt, wie Gefühle der Unsicherheit, Einsamkeit oder Unzufriedenheit.


2. Wie sehr beeinflusst die eigene Ursprungsfamilie unseren Umgang mit romantischer Liebe?

Dies ist eine Frage, die wir uns vielleicht jeden Tag stellen – vor allem, wenn wir uns einer neuen Beziehung gegenübersehen. Wir haben alle einzigartige und komplexe Beziehungen zu unseren Eltern, die uns beeinflussen, wie wir uns in Beziehungen verhalten. Unsere Vergangenheit kann dazu führen, dass wir uns in Liebesbeziehungen weniger sicher fühlen als in Freundschaften.


Wenn wir aus einer Familie mit Bindungstrauma oder Komplextrauma kommen, kann es schwieriger sein, unsere Ängste und Zweifel zu überwinden und uns der Liebe zu öffnen.

🟣In solchen Fällen ist es wichtig zu erkennen, wie unsere Erfahrungen unser Verhalten beeinflussen. Wir müssen uns bewusst sein, wie sehr unsere Herkunftsfamilie unser Verhalten in Beziehungen formt.

Toxische vs. gesunde Beziehungen: auf Vertrauen, Respekt und Liebe basiert.
Heilsame Paarbeziehungen ist unser Wunsch

Die Erkenntnis, dass unsere Vergangenheit uns beeinflusst, ist der erste Schritt, um eine gesunde und glückliche Beziehung zu führen. Wenn wir uns bewusst machen, wie unsere Erfahrungen uns beeinflussen, können wir uns mit einer größeren Klarheit und einem größeren Verständnis für uns selbst und unseren Partner in die Beziehung stellen. Wir können uns auf unsere Beziehungen einlassen und uns dem Prozess der emotionalen Heilung hingeben.

Es ist wichtig, uns bewusst zu sein, dass wir die Chance haben, eine andere Art von Beziehung aufzubauen.

Wenn wir uns für eine gesunde und liebevolle Partnerschaft entscheiden, können wir uns der Liebe öffnen und den Mut haben, uns unserer Ängste und Zweifel zu stellen. Wir können lernen, uns unseren Ängsten zu stellen und eine Beziehung aufzubauen, die auf Vertrauen, Respekt und Liebe basiert. Wenn wir uns dafür entscheiden, können wir uns auf ein Leben voller Freude, Glück und Liebe freuen.


3. Wie trainiere ich liebevolle Gefühle gegenüber anderen Personen?

Liebevolle Gefühle gegenüber anderen Personen zu entwickeln ist eine große Herausforderung für Menschen mit Bindungs- und Komplextrauma. Es kann schwierig sein, zu lernen, wie man seine Gefühle kontrolliert und eine sichere emotionalen Verbindung zu anderen Menschen aufbaut. Liebevolle Gefühle zu entwickeln und zu pflegen ist möglich, wenn man die richtigen Schritte unternimmt.


Der erste Schritt besteht darin, sich selbst zu lieben.

Wenn Sie sich selbst nicht lieben und akzeptieren, wird es schwierig sein, die Liebe und den Respekt, die Sie von anderen erhalten, zu schätzen.

Um sich selbst zu lieben, müssen Sie sich zuerst selbst kennenlernen: Ihre Stärken und Schwächen, Ihre Wünsche und Bedürfnisse.

Ein guter Weg, um Ihr Selbstwertgefühl zu stärken, ist ein positives Körperbild aufzubauen. Versuchen Sie, Ihren Körper zu akzeptieren und ihn so zu lieben, wie er ist.


Der nächste Schritt besteht darin, Ihre Ängste und Unsicherheiten zu erkennen und zu akzeptieren. Viele Menschen mit Bindungs- und Komplextrauma haben Angst vor emotionalen Verbindungen und Beziehungen, weil sie Angst haben, verletzt zu werden. Sie müssen lernen, sich mit dieser Angst zu konfrontieren und sie zu akzeptieren. Dadurch können Sie anfangen, Ihre Ängste zu überwinden und neue Beziehungen aufzubauen.


4. Warum ist Kommunikation und Offenheit in Liebesbeziehungen so wichtig?

Liebesbeziehungen sind aufgrund ihrer Komplexität und der tiefen emotionalen Verbindungen, die sie mit sich bringen, oft schwieriger zu handhaben als Freundschaften. Wenn es darum geht, eine Liebesbeziehung zu beginnen und aufrechtzuerhalten, müssen die Beteiligten Kompromisse eingehen, einander vertrauen und offen mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen umgehen. Dies ist besonders schwierig, wenn man unter einem Komplextrauma oder Bindungstrauma leidet.


Die Voraussetzung für dauerhafte Bindungen ist eine offene Kommunikation. Eine solche Kommunikation kann manchmal schwierig sein, insbesondere wenn es darum geht, Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken. Dies ist jedoch notwendig, um eine gesunde, erfüllende Beziehung aufrechtzuerhalten.

🟣Wenn man an Traumafolgen leidet, kommt häufig vor, dass wir uns schämen, aus Angst vor Ablehnung oder Ausgrenzung, oder man kann sich in einer Art emotionaler "Sackgasse" befinden, in der man sich nicht sicher ist, was man fühlt und wie man es äußern soll.


Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass Menschen, die unter Komplextrauma oder Bindungstrauma leiden, sich eine Begleitung finden, die ihnen helfen kann, ihre Gefühle und Bedürfnisse in Resonanz zu erkennen, zu verstehen und artikulieren. Die notwendige Unterstützung - Schlagwort Co-Regulation - bietet eine sichere und geschützte Umgebung, in der man offen über seine Gefühle und Bedürfnisse sprechen kann.

Denn das ist die Basis eine gesunde, erfüllende Beziehung nicht nur aufzubauen sondern auch aufrechtzuerhalten.


5. Wie sehr können Traumata aus Beziehungen zu früheren Partner*innen die eigene Liebesfähigkeit beeinträchtigen?

Egal ob es sich dabei um eine Beziehung oder eine Freundschaft handelte, es ist schwer, nach einem traumatischen Erlebnis wieder Vertrauen aufzubauen und sich selbst wieder lieben zu können.

Menschen mit Kindheitstrauma verfügen meist über ein Selbstwertgefühl, das auf wenig Fürsorge basiert.

Daher sind sie bereits vorbelastet und weniger in der Lage, eine intime und vertrauensvolle Beziehung zu einer anderen Person aufzubauen. Wenn hinzu noch weitere toxischen Beziehungserfahrungen gesellen, wird erst richtig holprig sein, den Weg zum Vertrauen zurückzufinden.

Die Schwierigkeiten, unseren Bedürfnissen und Wünschen Ausdruck zu verleihen, verleiten uns Beziehungen zu riskieren - nicht selten unbewusst und ungewollt - , in denen wir uns ungeliebt und nicht wertgeschätzt fühlen.

Diese Verletzungen können eine Person sogar davon abhalten, sich nicht nur voll und ganz auf eine neue Beziehung einzulassen, sondern auf gar keine Beziehungen mehr!

Bindungstrauma und Narzissmus Traumaheilung Gabriella Rist
Toxische Beziehungen sind keine Seltenheit

Einige Menschen haben Angst, sich zu öffnen und ihre Gefühle zu zeigen, weil sie befürchten, verletzt zu werden. Andere wiederum stellen unrealistische Erwartungen an eine neue Beziehung, die sie nicht erfüllen kann. Auch können sie eine Beziehung als Bedrohung betrachten und so ihre Abwehrkräfte aufbauen, um sich vor weiterem Schmerz zu schützen. Aber ist das der Sinn einer Beziehung?




Fazit

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass heute SIE die Kontrolle über Ihr eigenes Leben haben und dass Sie es sich verdient haben, glücklich zu sein.

🟣Wenn Sie erkennen, dass Sie wertvoll sind, werden Sie bereit sein,

eine neue Beziehung aufzubauen, ohne sich auf Kosten Ihrer eigenen Bedürfnisse zu verändern.


143 Ansichten

Ähnliche Beiträge

Alle ansehen

1 comentário


Gabriella Rist
Gabriella Rist
01 de fev. de 2023

Bin ganz gespannt auf Ihre und Eure Feedbacks.

Curtir
bottom of page